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postheadericon Kleineinsatzfahrzeug für die Abteilung Emmendingen

Die Emmendinger Feuerwehr hat seit knapp zwei Wochen ein Kleineinsatzfahrzeug – weil sich die Aufgaben verändert haben.

EMMENDINGEN. Ein Supermarktmitarbeiter entdeckt eine Riesenspinne in der Obstkiste, ein Kind klemmt sich die Hand ein und steckt fest, nach einem Autounfall liegt ein schwerer Ölfilm auf der Straße: Die Feuerwehr ist längst nicht mehr nur zuständig, wenn es brennt. Die Stadt Emmendingen hat deshalb rund 80 000 Euro in ein sogenanntes Kleineinsatzfahrzeug investiert – der Sprinter ist seit knapp zwei Wochen im Einsatz. "Wir brauchen ihn fast täglich", sagt Feuerwehrmann Alwin Schlegel.

155588137-h-720Der stellvertretende Kommandant öffnet die Hintertüren des Sprinters. An der linken Innenseite hängen ein Besen und eine Warnkelle, an der rechten Schaufel und Spaten. Graue Boxen lagern in langen Regalen, daneben stehen Plastikfässer mit Wasser und Bindemittel. Schlegel zeigt auf einen Seifenspender und Strombuchsen im Heck, klappt einen Schraubstock heraus und wieder zurück. "Damit wir mal was kürzen können", erklärt Schlegel. "Wir haben vor fünf Jahren schon gewusst, dass wir so ein Auto wollen", sagt Ralf Kesselring, der Chef der Emmendinger Feuerwehr. "Wir haben nur noch nicht gewusst, wie es aussehen soll."

Die meisten Feuerwehrfahrzeuge sind genormt. Es gibt Regeln, die vorschreiben, welche Pumpenleistung ein Löschgruppenfahrzeug haben muss und welche Ausrüstung auf einem Rüstwagen transportiert wird. Für ein Kleineinsatzfahrzeug gibt es keine Norm. Das bedeutet, dass es auch keine Zuschüsse vom Land gibt – die Stadt zahlt alles selbst.

Der Bedarf ist trotzdem da. "Die Zahl der Kleineinsätze hat überhandgenommen", sagt der Kommandant. "Mittlerweile ist knapp die Hälfte unseres Einsatzaufkommens in diesem Bereich." Seit einigen Jahren ist die Feuerwehr laut Gesetz für Tierrettungen zuständig. Die Emmendinger Wehr befreite in diesem Jahr schon eingeklemmte Vögel, rettete eine Ente von einem Dach, fuhr einen Fischreiher in die Klinik oder fing eine verletzte Katze ein. Kesselring und seine Kollegen öffnen aber auch Türen für den Rettungsdienst und verdecken eingeschlagene Fensterscheiben mit Spanplatten, unter anderem. "Ich denke, man ruft heute auch schneller die Feuerwehr", sagt der Kommandant. "Das ist aber eher so ein städtisches Problem. Auf dem Land agiert man noch viel mehr mit Nachbarschaftshilfe."


Bisher rückte bei Kleineinsätzen meistens der Mannschaftstransportwagen aus. "Die Ausrüstung, die wir gebraucht haben, haben wir vorher im Gerätehaus eingesammelt", sagt der Kommandant. Jetzt befindet sich alles säuberlich beschriftet in einem einzigen Fahrzeug – eine Schlinge zum Einfangen bissiger Hunde, eine Schlangenzange für Reptilien, Spanplatten in verschiedenen Größen, Beil und Schlammpumpe, eine Leuchte mit Stativ, Transportboxen für Spinnen, unter anderem.

Das Emmendinger Gefährt ist laut Kesselring das erste seiner Art im Kreis. "Waldkirch und Denzlingen haben Kleineinsatzfahrzeuge. Aber das sind Transporter, die hinten leer sind. Wenn die was brauchen, laden sie es ein." Der Fünfsitzer, der nach Wünschen aus Emmendingen von einer Firma in Wolfach ausgebaut wurde, hat 160 PS und ein Maximalgewicht von 4,7 Tonnen. Oft wird das Fahrzeug als Einziges ausrücken, bei Großbränden soll es im Gerätehaus bleiben – da setzt die Wehr auf konventionelle Fahrzeuge. Zwei kleine Feuerlöscher sind trotzdem griffbereit hinter den Hecktüren angebracht. Kesselring: "Es sähe blöd aus, wenn die Feuerwehr zwar da ist, aber nichts machen kann."

 

Hitze und die Feuerwehr

Die heißen Temperaturen der vergangenen Wochen haben nur zu wenigen Brandeinsätzen geführt. Zwei Vegetationsbrände am Sportfeld und an der Martin-Luther Straße, ein Feuer in einem Gully in der Metzger-Gutjahr-Straße – mehr zählen Kommandant Ralf Kesselring und Stellvertreter Alwin Schlegel nicht auf. "Die Hitze macht uns nicht viel Arbeit", sagt Kesselring. "Im Einsatz sagen wir aber eher mal: Jetzt ziehen wir die Jacken aus."



Quelle: bz-online / Foto: P. Müller

Aktualisiert (Mittwoch, den 08. August 2018 um 06:31 Uhr)