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"Ich kann nur Danke sagen"

Die Feuerwehr hat einen Spendenscheck über 4200 Euro an die Familie der kranken Lilly übergeben.

EMMENDINGEN. Die Hilfsbereitschaft ist gewaltig: Tausende von Euro sind schon an Spenden für die siebenjährige Lilly zusammengekommen. Das Mädchen aus Freiamt ist am seltenen Gendefekt GAN erkrankt, die Hoffnungen ruhen auf einer experimentellen Therapie in den USA. Auch die Emmendinger Feuerwehr hat Spenden gesammelt – um dafür zu werben, haben drei Brandbekämpfer den Stadtlauf in voller Ausrüstung absolviert.

154498991-h-720Das Training war hart, der Stadtlauf war härter. Sagt jedenfalls Alexander Zahn, einer der drei Emmendinger Feuerwehrmänner, die mit Atemschutzmaske vor dem Gesicht, Pressluftflasche auf dem Rücken und im feuerfesten Schutzanzug durch Emmendingen gerannt sind. "Kein Trainingstag war so schwül und heiß, es war heftig", sagt Zahn. "Die Menge, die geklatscht hat, hat es ein bisschen leichter gemacht", ergänzt sein Kollege Pascal Albrecht. Zahn nickt. "Das hat uns angespornt", sagt er. "Das und das Wissen, dass Lilly da war." Tim Ewald, der dritte Läufer, grinst. "Das war dann der Schluss-Sprint", sagt er.

Die Feuerwehrmänner stehen im Gerätehaus am Elzdamm. Sie tragen den Schutzanzug, in dem sie vier Kilometer bei brütender Hitze durch die Stadt gelaufen sind. Kommandant Ralf Kesselring ist da, sein Stellvertreter Alwin Schlegel und Manuel Schillinger. Der Vater von Lilly ist selbst Feuerwehrmann – er nimmt an diesem Abend den symbolischen Spendenscheck entgegen. "Ich kann nur Danke sagen", sagt Schillinger. "Es ist wahnsinnig, was alles für uns gemacht wird."

Seine Tochter begleitete am 29. Juni die Feuerwehrmänner auf den letzten Metern über die Ziellinie, auf dem Marktplatz brandete der lauteste Applaus des Abends aus. "Ich war kurz vor dem Heulen", gesteht Kommandant Kesselring. "Das war bewegend."

Dann übergibt er den Scheck, 4213 Euro sind zusammengekommen. Die größte Einzelspende betrug 1000 Euro, die kleinste fünf Euro, am Abend des Stadtlaufes warfen die Besucher nochmal rund 900 Euro in eine Kasse auf der Bühne. Die Stadt Emmendingen wiederum spendete für jeden Feuerwehrmann und jeden ihrer Mitarbeiter, der beim Stadtlauf dabei war, auch einen Euro – und zwar pro Kilometer. "Eigentlich", sagt Kesselring, "haben wir nur zu einer Spende über diesen Betrag aufgerufen. Wir sind dann aber weit über das Ziel hinausgeschossen."

Der Begriff GAN steht für die seltene Nervenkrankheit Riesenaxonneuropathie. Die Betroffenen leiden schon als Kleinkinder unter Nervenstörungen, die Lebenserwartung ist niedrig. Die Schillingers setzen ihre Hoffnungen auf eine experimentelle, aber teure Therapie in den USA. Die ist finanziert – der achtwöchige Aufenthalt in North Carolina ist es noch nicht. "Die Injektion wird kommen", sagt Manuel Schillinger. Die Erfahrungen mit der Behandlung seien bisher gut, auch wenn es noch keine Erfahrung mit der Langzeitwirkung gebe. "Hoffnung", sagt Schillinger, "haben wir auf jeden Fall."

Info: Spendenkonto für Lilly Schillinger: DE65 6809 2000 0013 8901 02. Mehr Infos im Netz: facebook.com/familieschillinger



Quelle: bz-online / feuerwehr emmendingen