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Koordiniert und reibungslos

Die Emmendinger Feuerwehr probte in großem Stil die Evakuierung des Kreiskrankenhauses.

Foto: Benedikt Sommer

EMMENDINGEN. Was tun, wenn’s im Krankenhaus brennt. Die Freiwillige Feuerwehr Emmendingen probte dazu am Samstag im Kreiskrankenhaus den Ernstfall, der so hoffentlich nie eintritt. Personal und Kernstadtwehr stellten sich einem angenommenen Brand, der laut Drehbuch auf einer Station ausgebrochen war. Vorrang hatte dabei die Evakuierung der bedrohten Patienten.

In wenigen Lebenslagen ist der Mensch hilfloser, als als Patient im Krankenhaus. Geschwächt, verletzt, sediert, oft immobil, ist er auf Hilfe angewiesen. Kommt es in dieser Ausgesetztheit zu einem Notfall, entsteht schnell ein Szenario, das nicht nur den Verantwortlichen nächtliche Albträume bereitet. Gut, wenn in einem solchen Fall alle Beteiligten auf eingespielte Handlungsmuster und verinnerlichte Routinen zurückgreifen können.

"Dass die Übung überhaupt stattfand, das ist der erste positive Punkt an diesem Nachmittag", begann daher auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Engelbert Kläger zu Recht am Übungsende sein Fazit. 

Was war geschehen, als um 13:29 Uhr die Alarmglocken läuteten? Auf der chirurgischen Station 34, an diesem Nachmittag nur mit zwei Patienten, die sich zur Übung bereit erklärt hatten und 14 gut gelaunten Mitgliedern der Jugendfeuerwehr belegt, bricht in einem Zimmer mit zwei Dummies ein Brand mit starker Rauchentwicklung aus. Ab diesem Zeitpunkt laufen zwei beziehungsweise drei Aktionen parallel: während der Wagen des Einsatzleiters nur wenige Minuten später an der Brandmeldeanlage eintrifft, um sich über den exakten Ort des Brandes zu informieren, ein erster Erkundungstrupp sich auf den Weg macht und ein Tanklöschfahrzeug mit Drehleiter in Position fährt, beginnt das Personal auf der Station bereits mit der Evakuierung. "Der Einsatz ist sehr koordiniert und reibungslos abgelaufen", bilanzierte Oberarzt Alexander Volz, der als Beobachter vor Ort fungierte. "Drei Minuten nach dem Alarm waren bereits alle gehfähigen Patienten in das darunter liegende Stockwerk evakuiert worden, sieben Minuten nach Alarmierung befanden sich alle liegenden Patienten hinter der Brandschutztür des übernächsten Abschnitts".

Gleichzeitig stößt der Erkundungstrupp mit Atemschutzträgern ins Brandzimmer vor und beginnt mit der Bergung der Dummies. Ein "Patient" wird mittels Evakuierungsmatratze in das darunter liegende Stockwerk verbracht, der zweite in der Nachbarstation "reanimiert". Damit in einer unübersichtlichen Brandsituation niemand vergessen wird, gibt es in jeder Station sogenannte Evakuierungsboxen, so Manfred Klipfel, stellvertretender Pflegedirektor. In dieser würden aktuelle Verlegungslisten. Auch die eigentliche Brandbekämpfung läuft an und geht zügig vonstatten. "Nach einer Minute war das Wasser da, der Brand selbst wurde schnell gelöscht", sagte Kommandant Ralf Kesselring. Die weitere Aufgabe für die Kameraden bestand nun darin, das verrauchte Gebäude zu entlüften". Insgesamt war die Kernstadtwehr mit einem Löschzug und 22 Feuerwehrleuten im Einsatz.

Unterdessen hatte sich im Nebengebäude eine Einsatzleitstelle gebildet – hier gab es das zweite Lob Engelbert Klägers ("Sehr positiv, dass sie dezentral und nicht vor Ort waren. Die Einsatzkräfte dort wissen sich besser zu helfen"). Fritz-Ulrich Hahne, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, koordiniert als Einsatzleiter die internen Maßnahmen und sorgt über Handy für die Kommunikation mit Feuerwehrkommandant Ralf Kesselring. "Grandios vorbereit", "sehr reibungslos", "sehr zufrieden", lauteten seine Einschätzungen der Übung. Die Kommunikation sei im Ernstfall natürlich ein Schlüsselproblem. Bei einem Stromausfall und gestörten Handyverbindungen bliebe aber immer noch "der reitende Bote" Mensch.

"Im Nachgang wird diese Übung von der Arbeitsgruppe Gefahrenlage genau analysiert", meinte der stellvertretende Verwaltungsdirektor Christof Mutter, die Ergebnisse würden in die zukünftigen Handlungsabläufe Eingang finden.


Quelle: bz-online / Bild: Benedikt Sommer