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Kaum ein Tag, an dem nichts passiert

Die Feuerwehr hat auch in Emmendingen immer mehr Probleme freiwillige Helfer zu finden, während die Zahl der Einsätze zunimmt. 

Ein Feuerwehrmann beim Großbrand im Februar 2012 in Windenreute

EMMENDINGEN. Noch ist die Emmendinger Feuerwehr personell gut aufgestellt, doch Stadtkommandant Ralf Kesselring sieht vor dem Hintergrund deutlich sinkender Helferzahlen und einer stetig steigenden Zahl von Einsätzen dringenden Handlungsbedarf. Der aktuellen Mannschaftsstärke gab Kesselring am Dienstagabend im Gemeinderat die Note "ausreichend". Mit einer Werbekampagne unter dem Motto "Feuerwehr erleben" wollen die Brandschützer nun gegensteuern und neue Mitglieder gewinnen.

 

Die Struktur der fünf Wehren
Mit ihren insgesamt fünf Abteilungen, dem ABC-Zug und der Jugendfeuerwehr verfügt die Gesamtwehr derzeit über 255 Helfer, darunter 43 in der Jugendfeuerwehr und 41 in der Altersabteilung. Noch vor vier Jahren waren es 275. Die Zahl der Aktiven sank damit um rund zehn Prozent – für Kesselring ein alarmierendes Zeichen einer landesweit zu beobachtenden Entwicklung weg vom gefährlichen und zeitaufwendigen Ehrenamt: "Das ist kein Emmendinger Phänomen". Vor allem bei Jugendlichen kann die Feuerwehr angesichts zahlreicher konkurrierender Freizeitangebote und dem Ganztagsunterricht immer weniger punkten.


Immer mehr Einsätze
Mit dieser Entwicklung einher geht eine deutliche Zunahme an Einsätzen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Feuerwehr nicht ausrücken muss. Dabei sind es weniger die klassischen Brände, die die Helfer Tag und Nacht fordern, sondern vor allem technische Hilfeleistungen, die Beseitigung von Unfallfolgen, die Rettung von Tieren oder die Unterstützung des Rettungsdienstes. Im vergangenen Jahr wurde die Feuerwehr 261 mal gerufen, das Jahr davor waren es aufgrund des an Unwettern reichen Sommers sogar 367 Einsätze. "Wir sind inzwischen Mädchen für alles, wenn die Leute sich nicht zu helfen wissen, rufen sie die Feuerwehr", so Ralf Kesselring. Viele potenzielle Brände konnten dank der nun verbindlichen Rauchmelder im Keim erstickt werden. Das von Kesselring geschilderte Spektrum reichte vom Hochwasseralarm bis zum Großbrand in einer Recyclingfirma. "Es standen zum Glück ausnahmslos genügend Einsatzkräfte zur Verfügung", so der Kommandant. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Feuerwehr sieht sich auch mit dem Problem konfrontiert, dass immer weniger Arbeitgeber Verständnis für das "Hobby" ihrer Mitarbeiter aufbringen. Mit einem entsprechenden Alarmierungskonzept, das auch die Ortsteilwehren einbindet, versucht man erfolgreich gegenzusteuern.


Ausstattung und Unterbringung
"Voll auf Kurs" ist die Emmendinger Feuerwehr laut Kesselring, was die im Bedarfsplan bis 2018 ausgewiesene Ausstattung angeht. Demnächst werden zwei Fahrzeuge für die Abteilungen Kollmarsreute und Mundingen für insgesamt 550 000 Euro neu beschafft, weitere in die Jahre gekommene Feuerwehrautos stehen bis 2028 auf der Austauschliste. Mittelfristig würde sich der Fuhrpark der Feuerwehr damit um zwei Fahrzeuge reduzieren, das Durchschnittsalter von 19,3 auf 12,8 Jahre sinken – damit wäre er laut Kesselring dauerhaft leistungsfähig. Nicht mehr zeitgemäß ist hingegen der Zustand mancher Gerätehäuser. In Mundingen wird derzeit noch vor Gericht über den geplanten Neubau an der Landecker Straße gestritten während Autos und Material in einer Scheune untergebracht sind. In Kollmarsreute geht es sehr eng zu: Die Umkleidespinde der Helfer sind nur zu erreichen, wenn die Autos aus der Halle gefahren werden. In Emmendingen ist das Raumangebot in vielen Punkten nicht mehr zeitgemäß und ausreichend. "Es besteht Nachholbedarf", so Kesselring und listet im Bericht unter anderem fehlende sanitäre Anlagen und Duschen für die derzeit acht weiblichen Einsatzkräfte, den nötigen Umbau der Funkzentrale, eine neue Verpflegungsküche für den Einsatzfall, den Anbau eines Umkleideraumes und einer Waschhalle auf. Ein Planungsbüro ermittelt derzeit den gesamten Sanierungsaufwand.

 

Quelle: BZ-Online.de / G. Walser